Stephen King: Der Fornit

Das Werk “Der Fornit” von Stephen King wurde als dritter Teil einer Serie mit Kurzgeschichten unter dem Titel Skeleton Crew 1986 herausgebracht. Der erste Teil erschien in Deutschland unter dem Titel “Im Morgengrauen”, der zweite Teil nennt sich “Der Gesang der Toten”.

“Der Fornit” beinhaltet insgesamt acht Kurzgeschichten, wobei zwei davon in Gedichtform geschrieben sind.

Die erste Erzählung (Der Affe) dreht sich um einen kleinen aufziehbaren Stoffaffen mit angenähten Zimbeln (Schlaginstrument in Form zweier metallener Teller). Immer wenn diese Zibeln aneinander schlagen wird jemand sterben. Der Protagonist in dieser Geschichte hat schon des Öfteren versucht den Affen loszuwerden, aber natürlich kommt dieser immer auf unerklärliche Weise wieder zurück.

Die zweite Geschichte ist in Gedichtform geschrieben, und hatte für mich eher einen belanglosen Inhalt. Der Name des Gedichts ist “Paranoid: Ein Gesang”.

Nun kommen wir zu meiner lieblings Kurzgeschichte dieses Buches: Der Textcomputer der Götter.

Der Held in dieser Geschichte ist ein Mann (Richard) mittleren Alters der geplagt ist von einer biestigen Ehefrau und einem undankbarem, nichtsnutzigen Sohn. Richard selbst ist ein erfolgloser Schriftsteller. Eines Tages erhält er von seinem verstorbenen Neffen, der ja so begabt war, und dessen Mutter eigentlich für Richard bestimmt sein sollte, einen Textcomputer, welcher sein Neffe selbst zusammengebastelt hat. Eigentlich war die gesamte Familie von Richards Bruder für ihn bestimmt, denn er selbst war ja immer der “Gute”.

Richard testet den Computer um zu sehen ob er sich für seine Arbeit eignen würde. Hier muss er eine unglaubliche Entdeckung machen, denn mit diesem Computer kann man Dinge im realen Leben “löschen”. Alles was er in den Textcomputer eingibt und danach wieder löscht ist auf unerklärliche Weise aus seinem Umfeld verschunden.

Als sich Richard einmal wieder von seinem Sohn und seiner ungeliebten Ehefrau genervt fühlt, kommt ihm ein Gedanke: was wenn er die Namen der beiden in seinen Textcomputer eingibt?

Nach dieser Geschichte folgt wieder ein Gedicht, Für Owen.

Darauf folgt eine Kurzgeschichte mit dem Namen Überlebenstyp, sehr interessant, jedoch mit einem abgehackten Ende, bzw. kommt es garnicht zu einem Ende, sondern die Geschichte hört mitten im Satz auf. Erst hat mich das gestört jedoch glaube ich, dass dies Kings Art war zu verdeutlichen wie es ausgehen wird. Die Geschichte handelt von einem Schiffbrüchigen Chirurg der auf einer einsamen Insel strandet und dort ums Überleben kämpft. Eines Tages bricht er sich den Knöchel, als dieser nicht verheilt, beschließt unser Held sich diesen Fuß zu amputieren. Da auch der Hunger an ihm nagt entschließt er sich kurz darauf seinen amputieren Fuß zu essen. Ein Überlebenstyp halt. Er hat immer noch die Hoffnung irgendwann gefunden zu werden, und um es bis dahin zu überleben amputiert er sich immer mehr von seinem Körper und isst es. Als er keine Beine mehr hat und schließlich auch noch seine Ohrläppchen gegessen hat, hört die Geschichte auf einmal auf. Ich denke das soll zeigen, dass es für unseren Helden einfach keine Rettung geben wird und er sich selbt auffressen wird.

Die nächste Geschichte ist “Der Milchmann schlägt wieder zu”. Zu dieser Geschichte habe ich überhaupt keinen Zugang gefunden, und auch die Absicht die dahinter stecken sollte, wurde mir nicht offenbart.

Die vorletzte Geschichte ist auch der Namensgeber für dieses Werk, sie nennt sich “Der Fornit”.

In dieser Geschichte geht es um einen wahnsinnigen Schriftsteller, der mit seinen Ansichten auch einen Redakteur in den Wahnsinn zu treiben droht. Dieser Redakteur bestärkt den Schriftsteller in seinen Ansichten um dessen Frau zu beruhigen, und treibt auf diese Weise so langsam auch in den Abgrund. Es geht um die Fornits. Fornite sind kleine Lebewesen, von welchen der Schriftsteller überzeugt ist, dass solch einer in seiner Schreibmaschine sitzt und ihm beim Schreiben hilft.

Typische Geschichte für King, aber meiner Meinung nach etwas zu lang geworden.

Die letze Geschichte ist “Der Dünenplanet”. Drei Astronauten stürzen mit ihrem Raumschiff ab, einer stirbt, der zweite wird wahnsinnig und der dritte hofft auf Rettung. Sie sind auf einem Wüstenplaneten gelandet, wo der Sand zu leben scheint, und die Menschen “auffrisst”.

Alles in allem ein nettes, kleines Werk, teilt man jedoch die wirklich guten Geschichten von den langatmigen, etwas nichtssagenden ab, erhält man ein Werk, welches man nicht unbedingt gelesen haben muss.

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