Abigail Devereaux wacht eines Tages benommen in völliger Dunkelheit auf. Sie öffnet die Augen, doch um sie herum bleibt es finster. Sie kann sich nicht bewegen und ihr ist furchtbar kalt. Ihre Erinnerung an die vorangegangenen Tage scheint ausgelöscht. Abbie denkt an einen Unfall, eine Operation, an alles mögliche, aber sie denkt nicht an das Unmögliche: Das sie entführt worden ist, und ihr Tod kurz bevor steht. Doch genauso ist es, ein ihr unbekannter Mann hat sie niedergeschlagen und gefesselt. Er lässt sie hungern und verwahrlosen, und macht ihr unmissverständlich klar, dass es für sie nur einen einzigen Ausweg gibt, und das ist der Tod.
Unglaublich welche Spannung hier schon von Beginn an herrscht. Als Leser ist man mit Abbie dort gefangen, hat am Anfang noch genau die gleiche Hoffnung auf Rettung wie die Heldin, und auch im gleichen Moment als der Täter ihr klarmacht, dass sie sterben wird, fühlt man dies als Leser ebenso.
Man ist genauso im Unklaren wie Abbie selbst, ich finde das macht es so spannend. Er bricht sie, und genauso wird auch jegliche Hoffnung der Leser gebrochen. Umso unglaublicher ist dann auch die Flucht von Abbie, ich konnte es nicht fassen, dass sie es wirklich dort rausgeschafft hat.
Der zweite Teil beginnt mit Abbie im Krankenhaus, es werden alle möglichen Untersuchungen mit ihr durchgenommen, sogar eine Psychologin nimmt sich ihrer an. Nach diesen Untersuchungen sind sich die Ärzte jedoch im klaren darüber, dass Abbie alles wohl nur erfunden hat, um auf sich aufmerksam zu machen.
So wird Abbie wieder in die Welt hinausgeschickt, und nur sie weiß, dass sie sich das nicht alles nur eingebildet hat. Sie versucht die Erinnerung an ihr Leben vor der Entführung wieder herzustellen und muss Tatsachen erfahren, die sie selbst erst nicht glauben kann.
Interessant hier ist auch mit Abbie diese Erinnerungen wieder zurückzuholen, zu erfahren, was sie vorher gemacht hat, vor allem wer sie war. Sie geht Schritt für Schritt alle Tage bis zu ihrer Entführung durch und kommt ihrem Entführer dadurch näher als sie denkt.
Gegen Ende dieses Romanes musste ich sogar für kurze Zeit innehalten, das Buch weglegen und an etwas anderes denken, so ein beklemmendes Gefühl hatte ich noch nie bei einem Thriller. Hier wird nicht wahllos mit Blut herumgesprizt, sonder taktisch mit der Psyche des Lesers gespielt.

20. Februar 2010 um 09:24
Hi Lia.
Oh ja, an das Buch kann ich mich noch sehr gut erinner. Ich habe es schon vor einer ganzen Weile gelesen, hatte es damals aus der Bücherei und es war wirklich super spannend.
Überhaupt lese ich Nicci French zwischendurch echt sehr gerne.
LG
Iris